Stilmittel: Perspektivenwechsel

Wir kennen ihn wohl alle. Manche von uns (Hobby)autoren benutzen ihn intuitiv, wieder andere wohl durchdacht: Den Perspektivenwechsel. Da er ein durchaus interessantes Instrument sein kann, ist das Grund genug ihn auf die Wörterinsel zu holen und näher zu beleuchten.

Was ist ein Perspektivenwechsel?

Es gibt meiner Meinung nach zwei Arten von Perspektivenwechseln, oder vielleicht besser ausgedrückt: Zwei Anwendungsmöglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist wohl die häufigste nämlich, in dem für jeden Abschnitt, bzw. Kapitel die Perspektive gewechselt wird. Mal ein fast schon klassisches Beispiel: Wir haben einen Krimi, in dem ein Kommisar ermittelt. Wir sehen durch seine Augen, wie er den Fall untersucht. Parallel dazu werden immer wieder Kapitel eingeschoben, die aus Sicht des Killers schildern, wie er eine neue Tat plant.

Anwendungsmöglichkeit Nummer zwei ist: Wir sehen ein und dieselbe Szene zwei mal, nur aus einer anderen Perspektive. Beispiel: Ein Streit zwischen einem Ehepaar. Zuerst lesen wir ihre Sicht, wie sie ihrem Gatten Vorwürfe macht. Im nächsten Absatz lesen wir dann, wie er nach Hause kommt und von den Vorwürfen seiner Frau überrascht wird.

Die Vorteile des Perspektivenwechsel

Bleiben wir zunächst bei Variante Eins. Sie wird wohl am häufigsten verwendet, mal mehr, mal weniger stark. Gerade bei meinem Krimi-Beispiel bringt sie ein paar Vorteile mit sich.

Wir fragen uns hier (selbstverständlich neben der zentralen Frage, ob und wie der Täter geschnappt wird, bzw. wer er ist) wie nun die beiden Handungsfäden zusammen laufen. Wenn der Perspektivenwechsel an der richtigen Stelle eingesetzt wird, dann kann er Spannung erzeugen. Zum Beispiel habe ich mir schon manches mal gedacht, dass ich lieber dem Polizist noch weiter gefolgt wäre. So bringt mich der Wechsel zum Weiterlesen. Manches mal auch dadurch, weil es mich ein bisschen wurmt, dass ich nun etwas wichtiges erfahren habe, was ich aber dem Kommisar nicht mitteilen kann.

Ebenso können die Perspektivenwechsel genutzt werden, um Zeit vergehen zu lassen in dem wir zu einem anderen Potagonisten springen, wo unser Kommisar erst später hinzu kommt. Auch kann der Perspektivenwechsel nützlich sein, um verschiedene Handlungsorte zu nutzen: Klassicher Fall wäre hier ein Ermittlerteam, dass an unterschiedliche Orte geschickt wird. Wir haben hier dann die Möglichkeit jedem einzelnen über die Schulter zu schauen. Später werden dann die Informationen zusammengetragen.

Es gibt also unzählige Möglichkeiten, den Perspektivenwechsel bewusst für sich (bzw. die Geschichte) zu nutzen.

Von der zweiten Varaiante bin ich ehrlich gesagt nicht begeistert, ich habe aber bisher nur ein Buch damit gelesen. Es hat mich schlichtweg gestört, so gut wie jede Szene zweimal zu lesen, obwohl die beiden Protagonisten natürlich die Situation unterschiedlich wahrgenommen haben. Eine Umsetzung, die mir hingegen gefallen hat, habe ich in einem Film gesehen. Es werden Szenen zwar nicht direkt zweimal gezeigt, aber es gibt öfter Wiedererkennungspunkte. Das war „Elevenfourteen“. Hier wechselt die Erzählperspektive so, dass wir zuerst das Ergebnis der (etwas verworrenen) Handlung sehen und dann von Charakter zu Charakter springen, sodass wir in der zeitlichen Abfolge sozusagen rückwärts gehen, bis wir erst am Ende wissen, wie alles angefangen hat und so den Ablauf verstehen. Klingt kompliziert, ist es auch. Aber sehr gut gemacht. Ich bin immer mal wieder dabei zu überlegen, wie man das Konzept für einen Text nutzen kann.

Die Nachteile der Perspektivenwechsel

Was Vorteile hat, hat selbstverständlich auch Nachteile. Ein Perspektivenwechsel an der falschen Stelle kann Leser dazu bringen das Buch zu schließen. Zum Beispiel, wenn es zu oft einen Wechel gibt und wir so beim Lesen den roten Faden verlieren. Kurze Kapitel und Absätzte sind meistens unübersichtlich. Auch kann ein zu plötzlicher Wechsel dazu führen, dass es zu verwirrend wird und der Übergang, wenn es bei diesem Handlungsstrang wieder weiter geht zu kompliziert wird. Ebenso kann es von Nachteil sein, den falschen Perspektiventräger zu auszuwählen.

Der Perspektiventräger

Perspektiventräger ist die Figur, aus deren Sicht wir die Szene schildern. Wie oben schon erwähnt ist das in Kriminalromanen oft der Kommisar, manchmal auch der Täter. In der Fantasy ist es der Held. Aber es gibt ja noch mehr Möglichkeiten wer Perspektiventräger sein kann. Zum Beispiel kann es ein Kollege des Kommisars sein. Denken wir nur an diverse Tatort-Ermittler-Duos, die beide – mal mehr, mal weniger abwechselnd – Perspektiventräger sind und die wir dann immer wieder mal begleiten. Oder denken wir an diverse Fantasy-Helden, deren Gefährten ebenso Perspektiventräger sein können.

Aber wer ist nun der Richtige?

Die pauschalste Antwort hierauf ist wohl: Der, der etwas zu erzählen hat. Sicherlich ist das fast immer der Held, der gerade loszieht, um sein Abenteuer zu bestehen. Aber sollte er gerade mal nur in einem Gasthaus sitzen und sich erholen, dann wäre die Gelegenheit, um zu einem seiner Gefährten zu schwenken, der gerade dem Feind im Hinterhof des Gasthauses begegnet.

Um das Krimi-Beispiel nochmal aufzugreifen: Manchmal müssen Kommisare auch ihren Papierkram erledigen. Da das nicht immer Spannend ist, bietet es sich an, hier zu einem Kollegen im Außendienst zu springen, der gerade eine interessante Spur entdeckt hat. Sicher kann er das nachher unserem Helden berichten, aber live dabei zu sein ist immer besser.

Manchmal gibt es ja auch ganze Helden-Gruppen, die gemeinsam ein Abenteuer erleben. Dann hat man natürlich die Qual der Wahl wer Perspektiventräger sein soll. Sinnvoll ist es natürlich nicht allzu oft die Perspektive zu wechseln. Kann man sich dann immer noch nicht entscheiden, bietet sich derjenige an, für den die Situation neu und somit spannend ist. Beispiel: Die Gefährten ziehen zusammen durch das Land. Dann bietet sich derjenige an, der in diesem Teil des Landes noch nie war. Oder auch der Jüngling der Gruppe, bietet sich auch immer ganz gut an, weil der noch zusätzlich den Konflikt in sich trägt, dass er nicht von allen Respektiert wird. Überhaupt gilt:  Passive Perspektiventräger sind meistens langweilig, lieber einen nutzen der etwas tut.

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Auf den Punkt gekommen – Was die drei Auslassungspunkte nicht sind

drei Punkte, die gesetzt werden, um eine Auslassung im Text zu kennzeichnen

Duden.de

Jeder hat sie wohl schon mal gesehen, wahrscheinlich auch schon verwendet, aber sich vielleicht noch nie Gedanken darüber gemacht. Die Rede ist von den drei Auslassungspunkten.

Gerade in Geschichten von Schreibneulingen werden sie oft, gerne und manchmal völlig wahllos benutzt, deshalb wurden sie nach und nach zu einem Thema, über das ich einfach mal sprechen will. Es beginnt schon bei der formalen Frage: Wohin mit dem Leerzeichen? Ob ein Leezeichen gesetzt wird, richtet sich danach, ob mit den Punkten ein Wort unterbrochen wird oder nicht. Also so:

„Was zum Teu…?“ (Hier darf kein Leerzeichen hin)

„Was zum Teufel …?“ (Hier muss das Leerzeichen rein)

Soviel zum formalen Teil, nun aber zu der ganz konkreten Frage, wann ist es sinnvoll mit diesen Punkten zu arbeiten? Meine ganz ehrliche Meinung: Gar nicht. Also die erste Variante ist vielleicht mal ganz nützlich, aber letztere ist eigentlich sinnlos.

5 Dinge, was die drei Auslassungspunkte nicht sind:

  • Mystisch und geheimnisvoll. Natürlich kann der Satz „Und die schattenhafte Gestalt folgte ihm …“ eine gewisse Wirkung erzielen, aber meiner Meinung nach macht der Satz: „Die schattenhafte Gestalt folgte ihm.“ das auch. Ich finde sowieso, dass in solchen Situationen kurze Sätze mehr Wirkung entfalten.
  • Ersatz für Andeutungen. Selbstverständlich können die Punkte in dem Satz: „Dann wurde alles um ihn herum schwarz …“ andeuten, dass danach noch etwas folgt, aber warum sollte das der Satz: „Dann wurde alles um ihn herum schwarz.“ nicht? Der Leser sieht doch, dass die Geschichte noch weiter geht, weil dann der nächste Absatz kommt. Ebenso ist es, wenn man damit am Ende der Geschichte einen Cliffhanger erzeugen will. Ein kurzer Satz erzeugt dann dieselbe Wirkung.
  • Lückenfüller. Ich habe mal in einem Forum einen Schreibanfänger gefragt warum er die Auslassungspunkte sooft benutzt hat. Er hat mir tatsächlich geantwortet hat, dass er die Punkte immer dann gemacht hat, wenn er darüber nachdachte, wie es weitergehen soll. Das hatte zur Folge, dass die Punkte hinter jedem zweiten Satz zu finden waren und der Text einfach umständlich zu lesen war.
  • Eieruhren. Oft werden die Anführungszeichen dazu missbraucht anzuzeigen, das etwas Zeit vergangen ist. Beispiel: „Das würde sich in der Zukunft zeigen …“ Eigentlich ist es ähnlich wie im ersten Beispiel. Hier wird der Leser mit der Nase und sogar mit dem ganzen Oberkörper darauf gestoßen, dass nun inhaltlich etwas Zeit übersprungen wird. Aber warum genügt der Satz: „Die Zukunft würde es zeigen.“ nicht?
  • Gedankengänge ersetzen. Ein Beispiel: „Die Schlacht tobte um ihn herum … Die feindlichen Soldaten rückten näher. Er schwang sein Schwert mit vollem Elan … Der Sieg war nun nahe.“ Hier muss sich der Leser selbst ein Bild davon machen, wie die Schlacht genau abläuft und wie der Held sein Schwert schwingt. Hier liegt es natürlich auch an der Kürze des Beispiels, aber so wurden die drei Punkte auch in längeren Texten eingesetzt. Aber warum nicht einfach noch einen, oder zwei Sätze mehr dazu schreiben?

Fazit: Selbstverständlich kann man mit den drei Punkten arbeiten. Das ist wie so oft Geschmackssache. Aber wenn dann bitte wohldosiert und überlegt.

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Konflikte und Bedrohungen – Das Salz in der Suppe

Was wäre Harry Potter ohne Lord Voldemord? Frodo ohne Sauron? Oder John McClane ohne seine Terroristen, Bankräuber oder Kidnapper? Richtig! Langweilig. Denn Konflikte sind das Salz in der Suppe, oder im schriftstellerischen Einheitsbrei.

Die Würze in allen Genres

Wer jetzt denkt, das wäre nur eine Zutat für packende Action-Thriller und High-Fantasy, der irrt. Denn auch eine klassische Liebesgeschichte erhält erst durch einen Konflikt die richtige Würze. Man denke nur an Romeo und Julia, die nicht zusammen sein durften oder auch an diverse Dreiecks-Beziehungs-Geschichten. Ohne die Bedrohung, dass sich die Protagonistin doch für den Falschen entscheiden könnte, wären auch diese langweilig.

Ebenso ist es im Krimi- und Thriller-Genre: Welcher Kommissar oder Polizist wurde noch nicht verfolgt oder bedroht? Ohne einen gefährlichen Mörder, Entführer oder Bombenleger gäbe es keinen richtigen Krimi oder Thriller.

Im Horror-Genre ist es fast noch offensichtlicher: Die Bedrohung kommt hier aus dem Schatten. Irgendein Monster lauert dort immer, irgendein Geist spukt durch zerfallene Schlösser, ein Zombie wandelt durch die Nacht oder die eigene Psyche lässt uns verrückt werden.

Ohne Bedrohungen gibt es keine Spannung

Damit der Held oder Protagonist eine Aufgabe erhält braucht es eine Bedrohung.

Bleiben wir bei Frodos Reise durch Mittelerde: Wie spannend wäre sie wohl, wenn er ohne besondere Vorkommnisse einfach vom Auenland nach Modor gereist, den Ring vernichtet und wieder zurück gekommen wäre? Genau: Es wäre einfach langweilig! Oder auch Harry Potters Schuljahre in Hogwarts: Wenn es Lord Voldemort nicht gäbe, müssten wir ihm einfach nur beim Unterricht zusehen.

Ähnlich ist es auch bei diversen Polizisten, Anwälten. Stellen wir uns einen Polizist vor, der –streng nach Vorschrift – seinen Dienst am Schreibtisch versieht. Ohne eine neue, plötzlich aufgetauchte Leiche, oder einen gefährlichen Antagonisten wäre das einfach langweilig zu lesen.

Bei einer Liebesgeschichte ist das nicht anders. Stellen wir es uns einmal vor: Ein junges Paar lernt sich auf einer Party kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Dann dürfen wir ihnen noch bei anderen Treffen  zusehen und erfreuen uns Schlussendlich an einer wunderschönen Hochzeit. Auch dies wäre eine ziemlich langweilige Geschichte.

Bei einer Horror-Geschichte würde ohne die Bedrohung einfach keine Gänsehaut entstehen, dann würde sie auch gar nicht in dieses Genre gehören.

Der Held oder Protagonist muss einfach Schwierigkeiten bekommen, sonst gibt es keine Spannung.

Wie bringe ich meinen Held in Schwierigkeiten?

Am einfachsten ist es wohl ihm einen Antagonisten, oder auch Feind in den Weg zu stellen. Harry Potter hat Lord Voldemord zum Feind und  Frodo natürlich Sauron. Polizisten haben ihre Mörder, Terroristen und Entführer als Antagonisten, aber auch manchmal ihre Chefs die ihnen Steine in den Weg legen.

Auch Liebes- und Alltagsgeschichten lassen sich so würzen. Irgendeine Bedrohung von außen gibt es auch hier fast immer. Sei es der fremde Mann, in den sich die Protagonistin verlieben könnte, oder auch der verspätete Zug, der den Helden einen wichtigen Termin verpassen lässt.

Aber auch Aufgaben (in der Fantasy werden sie auch „Quest“ genannt) lassen Koflikte entstehen. Frodo, zum Beispiel wäre ohne die Aufgabe den Ring zerstören zu müssen nicht zu seiner Reise aufgebrochen. Diverse Polizisten, Kommissare oder Anwälte bekommen als Aufgabe neue Fälle. Damit wird automatisch Spannung erzeugt, denn der Leser fragt sich sofort, ob und wie dieser Fall gelöst wird. Für die richtige Würze gibt es dann auch fast immer einen Antagonisten, der für den Helden eine Gefahr darstellt und ihn von seinem Weg abbringt. Auch hier fragt sich der Leser: Wie wird das ausgehen? Und genau das ist die Frage, die den Leser weiterlesen lässt. Also: Bringt eure Protagonisten in Schwierigkeiten und lasst sie die salzige Suppe auslöffeln.

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Über kurz oder lang – oder: Mach mal nen Punkt

Manche behaupten sie wären ausgestorben, ein Fossil aus grauen Vorzeiten, aber es gibt sie immer noch: die Bandwurmsätze. Oder besser gesagt: Die langen Sätze. Gefühlt sind sie tatsächlich etwas aus der Mode gekommen, aber dennoch sind sie noch in aktuellen Büchern und Geschichten zu finden. Nun stellt sich die Frage: Ist ihr Einsatz tatsächlich notwendig? Ist er überhaupt sinnvoll oder viel mehr sinnlos?

Meine persönliche Meinung ist ja: Die Mischung macht’s! Eine Geschichte (oder Roman) in der sich Bandwurmsatz an Bandwurmsatz reiht, liest sich einfach umständlich und anstrengend. Man muss sich immer konzentrieren, dass man auch ja den Sinn des ganzen Satzes erfasst, aufpassen, dass man sich am Ende noch an den Anfang erinnert und überhaupt den Faden nicht verliert. Es liegt also in der Natur der Sache, dass sich kurze Sätze einfach schneller lesen und somit den ganzen Textfluss beschleunigen. Deshalb ist es naheliegend, aber dennoch eine Sache, die ich Schreibneulingen immer wieder rate: Kurze Sätze eignen sich für Action-Szenen (eben Szenen in denen etwas passiert), längere Sätze für Beschreibungen.

Stellen wir diese Theorie doch einfach auf die Probe und versuchen uns an einer Action-Szene:

„Der junge Held, zog sein Schwert und stürzte sich mit erhobener Waffe in den Kampf. Ein Gegner trat ihm in den Weg und hob seinen Schild gegen ihn. Mit einem kräftigen Schlag seines Schwertes, bei dem Metall auf Metall traf, zwang er den Gegner in die Knie.“

Gut, keine literaische Meisterleistung, aber hoffentlich als Beispiel genügend. Im Moment sind es drei Sätze, in denen ich kurz das Schwerterschwingen beschreibe. Versuchen wir es mal mit mehr, aber kürzeren Sätzen.

„Der junge Held zog sein Schwert. Mit erhobener Waffe stürzte er sich in den Kampf. Ein Gegner trat ihm mit erhobenen Schild in den Weg. Metall traf auf Metall. Der kräftige Schlag seines Schwertes zwang ihn in die Knie.“

Worauf ich hinaus will, hat auch mit der Atmosphäre zu tun. Kurze Sätze wirken einfach gehetzer und unruhiger.

„Der Fluss zog sich in vielen Windungen durch das Tal. Nur langsam erhob sich die Sonne über die Berge und ihre Strahlen ließen die Landschaft golden erscheinen, sodass über allem eine dunstige Magie lag, die sie nicht begreifen konnte. Ihr Blick schob sich weiter Richtung Norden, dem Land, wo ihr Geliebter auf sie wartete und eine Sehnsucht ergriff ihr Herz.“

Versuchen wir es mal umgekeht mit diesem (zugegeben etwas kitschigen Beispiel). Die Gegenprobe sozusagen.

„Der Fluss zog sich durch das Tal. Langsam erhob sich die Sonne über die Berge. Ihre Strahlen ließen die Landschaft golden erscheinen. Über allem lag eine dunstige Magier. Sie konnte sie nicht begreifen. Ihr Blick schob sich weiter Richtung Norden. Das Land, wo ihr Geliebter auf sie wartete. Sehnsucht ergriff ihr Herz.“

Ich hoffe man merkt, was ich ausdrücken will. Bei den kurzen Sätzen wird deutlich, dass man weniger Formulierungsmöglichkeiten hat und so die Sätze nicht schön ineinander übergehen. Und gerade bei einer so ruhigen Szene geht dadurch viel Atmosphäre verloren.

Kurze oder lange Sätze? Die Frage lässt sich –wie so oft- nicht abschließend und schon gar nicht pauschal beantworten. Wie ich versucht habe deutlich  zu machen, hat die Antwort immer mit dem Inhalt zu tun und selbstverständlich ebenso damit, mit welchen Wörtern der lange Satz konstruiert wird, zum Beispiel sollte man mit dem Anhäufen von Adjektiven vorsichtig sein. Aber auch besonders verschachtelte Sätze lesen sich einfach nicht gut, egal was damit beschrieben wird. Es bleibt also trotzallem dabei:

Es kommt eben doch auf die Länge an!

 

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Der Weg durch das Labyrinth

Denn als Theseus auf Kreta gelandet und vor dem Könige Minos erschienen war, zog seine Schönheit und Heldenjugend die Augen der reizenden Königstochter Ariadne auf sich. Sie gestand ihm ihre Zuneigung in einer geheimen Unterredung und händigte ihm einen Knäuel Faden ein, dessen Ende er am Eingange des Labyrinthes festknüpfen und den er während des Hinschreitens durch die verwirrenden Irrgänge in der Hand ablaufen lassen sollte, bis er an die Stelle gelangt wäre, wo der Minotauros seine gräßliche Wache hielt. Zugleich übergab sie ihm ein gefeites Schwert, womit er dieses Ungeheuer töten könnte. Theseus ward mit allen seinen Gefährten von Minos in das Labyrinth geschickt, machte den Führer seiner Genossen, erlegte mit seiner Zauberwaffe den Minotauros und wand sich mit allen, die bei ihm waren, durch Hilfe des abgespulten Zwirns aus den Höhlengängen des Labyrinthes glücklich heraus.

(Gustav Schwab „Sagen des klassischen Altertums“)

Die griechische Mythologie begleitet uns bis heute, denn einen roten Faden benötigen wir noch immer. Egal ob im Film, Serien, oder der Literatur: Wir brauchen einen Fixstern, dem wir folgen können. Das kann ein Charakter, ein Ort oder eine Motivation sein. Sogar ein Gegenstand. Zum Beispiel erzählt Tolkien die Geschichte des Rings, aber die Protagonisten ändern sich: Mal erzählt Bilbo einen Teil, mal Frodo und seine Gefährten. In diesem Fall ist der Ring der rote Faden. Oder denken wir an Forrest Grump, wie er verschiedene Stationen der Geschichte erlebt. Ohne ihn gäbe es zwischen den einzelnen Szenen keinen Zusammenhang. Hier ist er der rote Faden. Es sind oft die Protagonisten, deren Lebenswege erzählt werden, die unsere Fixsterne sind. Sie können in noch so seltsame Umstände, Szenen und Wiedrigkeiten gelangen, wir wissen als Leser oder Zuschauer immer woran wir sind, weil sie uns als Konstante begleiten. Diverse Fernsehserien machen sich dieses Prinzip zu nutze. Die Protagonisten bleiben (überwiegend) die gleichen, erzählen aber in jeder Folge eine neue Geschichte.

Den Faden verloren

Unübersichtlich wird es (meistens) mit der zunehmenden Anzahl an Protagonisten. Jeder will seine eigene Geschichte erzählen und braucht seinen Hintergrund. Doch wenn wir von Szene zu Szene springen und verschiedene kleine Geschichten erzählen kann uns der Leser nicht mehr folgen und fragt sich irgendwann: Was soll das alles?

Als Beispiel fällt mir der Film „Babel“ (2006) ein, der immer wieder von Szene zu Szene, von Protagonist zu Protagonist und von Ort zu Ort springt. Die einzelnen Passagen bilden für sich schon kleine Geschichten, aber über lange Zeit habe ich mich schon gefragt, auf was das ganze nun hinausläuft und wo da der Zusammenhabng sein soll. Das klärt sich am Ende zwar auf, aber es bleiben uns eher kleine Episoden, als das große Ganze.

Hin und wieder nutzen Krimis und Thriller eine ähnliche Erzähltechnik in der zwischen dem Mörder und dem Ermittler als Perspektiventräger abgewechselt wird. Das bringt viele Vorteile mit sich, aber auch die Frage wann ein Szenen-, bzw. Perspektivenwechsel angebracht ist. Je nach dem geht es mir so, dass ich lieber noch in der einen Perspektive weitergelesen hätte.  Aber diese Frage ist wahrscheinlich einen eigenen Artikel wert. Den roten Faden bildet hier aber eindeutig die Suche nach dem Täter, bzw. dessen Ergreifung.

Verstrickt – Wenn der Faden zum Problem wird

Manchmal zeigt sich der rote Faden erst mit der zunehmenden Anzahl an Kapiteln und Seiten. Charaktere müssen erst eingeführt, Handlungsorte vorgestellt und Plotverläufe vorbereitet werden. Das ist eine Sache, die die Geduld und das Durchhaltevermögen des Lesers auf die Probe stellt. Es gibt sicherlich Leser, die bei solchen „Vorbereitungen“ den roten Faden vermissen werden, insbesondere wenn es noch einen Prolog gibt, der zunächst für sich steht. Auch hier gilt es mal wieder einen golden Mittelweg finden zu müssen. Auf der einen Seite muss die Spannung aufrecht erhalten bleiben, denn die Frage nach dem Sinn des Ganzen lässt den Leser weiterlesen. Auf der anderen Seite muss man genug Faden zu hinterlassen, damit der Leser dem Handlungsverlauf folgen kann.

Hier gilt also: Der Leser sollte zu Beginn den Anfang des Fadens in der Hand halten, aber nicht das ganze Knäuel.

Der Weg aus dem Labyrinth

Ich stehe mit meinem Romananfang vor dem Problem, welches ich oben versucht habe zu beschreiben: Ich muss die Protagonisten einführen, ihre Motive vorstellen, damit der Leser verstehen kann warum sie später das tun, was sie tun. Mein roter Faden ist hierbei (hoffentlich) mein Schauplatz, denn alles spielt sich in derselben Stadt ab. Außerdem gibt es da noch einen kleinen Jungen, der hin und wieder Dinge beobachtet und so für mich zum Träger des Fadenknäuels geworden ist.

Wie rolle ich den Faden aus?

Wenn der Faden nicht so offensichtlich ist, dann gibt es trotzdem Möglichkeiten ihn kenntlich zu machen:

  • Details einstreuen! Zum Beispiel könnten alle Protagonisten (am Rande) dasselbe Ereignis erwähnen und sei es nur der Einbruch in der Nachbarschaft.
  • gemeinsame Schauplätze! Wie in meinem Beispiel: Immer denselben Schauplatz benutzen, was auch zu verschiedenen Zeiten geht
  • kurze Begegnungen! Mein Beispiel zeigte es schon:Wir können dem kleinen Jungen von Szene zu Szene folgen. Wenn das nicht geht, begegnen sich die anderen Protagonisten untereinander, sodass es fast immer eine Verbindung zwischen den Kapiteln geben wird. (Zumindest ist so mein Plan)
  • wenige Perspektivenwechsel! Ich stelle es mir wie bei einer großen Party vor. Eine Menge Leute, die alle etwas zu erzählen haben. Aber wenn alle durcheinander und gleichzeitig sprechen, versteht man sich selbst nicht mehr und der rote Faden geht unter. Die Lösung: Lasst einen auf der Party rundgehen. Mal mit dem einen mal mit dem anderen sprechen. So wird er zu unserem roten Faden, dem wir folgen können.
  • Folge deiner Motivation! Was ist der Kern deiner Geschichte, die du erzählen möchtest? Was möchtest du dem Leser sagen? Um wen oder was soll es gehen? Oft hilft es, sich auf ein Thema zu konzentrieren und daraus eine Geschichte zu machen. Nebenhandlungen sind zwar vollkommen okay, aber es sollte schon erkennbar sein, was die Hauptgeschichte sein soll. Folge auch selbst dem roten Faden!

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Der (Alb)Traum vom eigenen Heim

Das Geisterhaus. Horror-Kulisse Nummer 1 und damit ein Thema, welches bei mir nicht fehlen darf. Vielleicht kann ich damit starten zu berichten, wie ich zu dem Thema kam. Es begann damit, dass ich mir mit Freunden den Film „Die Frau in Schwarz“ mit Daniel Radcliffe angesehen habe. Abgesehen davon, dass ich die ganze Zeit dachte: „Harry, zauber doch was!“ fand ich den Film gar nicht mal so schlecht. Ich würde ihn mir sogar nochmal anschauen. Anschließende Diskussionen haben uns zu der Feststellung gebracht, dass der Plot eigentlich so gar nicht die Neuerfindung des Rades ist, sondern es unzählige dieser Spuk- und Geisterhäuser gibt, die von übernatürlichen Wesen bewohnt werden.

 Welche Geisterhäuser gibt es?

Heute habe ich mich für Beispiele in den Filmbereich gewagt, möchte aber nicht unerwähnt lassen, dass es selbstverständlich auch gute Geschichten in der Literatur gibt. Und natürlich auch Literaturverfilmungen. Ich möchte hier nur ein paar Filme aufzählen, die mir bei dem Thema in den Sinn gekommen sind. Wahrscheinlich gibt es noch unzählige mehr, die ich vergessen habe.

  • „Shining“ (1980) – Der Klassiker von Stephen King.
  • „Zimmer 1408“ (2007) – Auch von Stephen King, ohne Geister, aber mit John Cusack, den ich immer gerne sehe.
  • „Poltergeist“ (1980) – Das kleine Mädchen und der Fernseher sind wohl unvergessen.
  • „The Others“ (2001) – Der darf bei dem Thema natürlich nicht fehlen.
  • „Das Geisterschloss“ (1999) – Liam Neeson und sein Schlaf-Experiment.
  • „The Messengers“ (2007) – Diesmal ist es Kristen Stewart, die die Geister im Haus verfolgt.
  • „Schatten der Wahrheit“ (2000) – Michelle Pfeiffer und Harrison Ford in ihrem Haus am See. Eher ein Geister-, als ein Spukhaus-Film.
  • „13 Geister“ (2001) – Der typische Fall eines ererbten Spukhauses. Auch wenn mir der Film schon zusehr in die Action-Splater-Sparte driftet.
  • „Die Frau in Schwarz“ (2012) – Wie oben schon erwähnt, ein solider Spukhaus-Film. Ich mag eben auch diesen Kerzen- und Kutschencharme.

Beispiele für Spukhäuser gibt es offensichtlich genügend. Oft beginnt es damit, dass ganz normale Leute in eine neue Umgebung einziehen. Manchmal wird das alte Haus ererbt oder es war gerade günstig zu erstehen, selbstverständlich weil ein Fluch auf ihm liegt. Gelegentlich gilt es als Mutprobe dieses Haus zu betreten, oder es muss eine Nacht darin verbacht werden um in seinen Besitz zu gelangen.

Das Spukhaus ist als Kulisse vielfältig einsetzbar.

Warum ist das so?

  • Der Horror aus dem Nichts lauert darin. Ein Haus eignet sich perfekt um ihn aufzubauen. In so gut wie jedem Spukhaus-Film schleicht sich der Protagonist durch das dunkle Anwesen und wird durch etwas harmloses erschreckt. (Jedenfalls am Anfang harmlos …)
  • Ein Haus bietet Geborgenheit. Was gibt es sicheres, als die eigenen vier Wände? Und was macht uns mehr Angst, als diese Sicherheit, noch dazu durch einen Geist zu verlieren?
  • Es gibt kein Entkommen. Familie Torrance wird zum Beispiel eingeschneit. Ist gerade kein Winter, tobt ein Gewitter, oder die Protagonisten haben einfach keine andere Bleibe. In jedem Fall werden sie an diesen Ort gebunden und können auch keine Hilfe rufen. (kein Handy-Empfang. Oder das gute, alte durchgeschnittene Telefonkabel)
  • Häuser sind mit Erinnerungen verbunden. Es ist eine logische Sache, dass Menschen in ihrem zu Hause Spuren hinterlassen. Oftmals finden die Protagonisten diese Spuren und stoßen dabei auf ein Geheimnis.
  • Häuser haben Geschichte. Häuser stehen oft ewig an ihrem Platz. Menschen gehen ein und aus. Sie hinterlassen ihre Spuren und so erhält ein Haus seine Geschichte. Es sind die unschönen Geschichten, die dazu führen, dass die Geister ihr zu Hause nicht verlassen wollen, was dann zu Konflikten mit den neuen Hausbewohner führt.

Was macht die Faszination der Geistergeschichte aus?

  • Bei einer guten Geistergeschichte wissen wir zunächst nicht, ob es sich tatsächlich um Geister handelt, oder nur der Verstand des Protagonisten verrückt spielt. Meistens soll uns zunächst weißgemacht werden, dass alles nur Einbildung ist. Das ist einer der wichtigsten Punkte, der für mich einen guten Horror-Film von einem schlechten Splatter-Movie unterscheidet: Die Spannung wird dadurch erzeugt, dass man nicht genau weiß, was nun los ist. Was zu einem gewissen Teil auch mit dem Horror aus dem Nichts zu tun hat.
  • Oft sind es mehrere Protagonisten die in das Haus einziehen und irgendwann wird ein gewisses Misstrauen untereinander erzeugt. Gerade das finde ich persönlich immer spannend, wie sogar verheiratete Ehepaare auseinander gebracht werden. Oder auch zunächst harmlos wirkende Protagonisten plötzlich doch eine dunkle Seite haben.
  • Die Faszination des Lebens nach dem Tod. Mal ehrlich: Wir wollen doch alle wissen, was „danach“ ist. Schon der kleine Kugelgeist Casper war wohl einer der ersten, der eine Antwort darauf gab. Überwiegend bleiben die Geister an ihren Sterbe- oder Wohnort und oft werden sie am Ende von ihren Leiden erlöst. Vielleicht finden wir Trost darin zu sehen, dass auch „danach“ alles wieder gut ist.

 

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Magie und ihre Logik

Magie. Eines der wichtigsten Merkmale des Fantasy-Genres. Sie wird auf vielfache Weise von Zauberern, Magiern, Hexern, oder sonstigen Magiebegabten angewandt. Joanne K. Rowling lässt ihren Harry Potter (der irgendwie oft bei mir als Beispiel herhalten muss, aber fast jedem bekannt ist) ganz klassisch mit Zauberstab und Zaubersprüchen seine Magie wirken. In Brandon Sandersons „Sturmklänge“ ist die Magie mit den Farben verbunden und oftmals entdecken die Helden ihre Magie erst im Laufe ihrer Reise, wie es ja zum Beispiel bei Paolinis „Eragon“ ist.

Vielleicht macht gerade die Magie den Zauber des Fantasy-Genres aus. Die scheinbare Leichtigkeit mit der Wunder bewirkt werden, nichts mehr Unmöglich erscheint. Es gibt Schreiber die sagen, dass sie Fantasy so gerne schreiben, weil eben alles möglich ist. Ja, mit Magie ist alles möglich, aber ist es auch logisch? Ich habe manchmal das Gefühl, dass gerade unerfahrene Schreiber dazu neigen, Logiklöcher mit Magie zu stopfen. Dass die Magie als Erklärung für alles herhalten muss, um die Fehler des Schreibers auszubügeln.

 Wieviel Realismus braucht Magie?

Sicher. Mit Magie ist so vieles möglich, aber dennoch muss sich auch der Zauber an die Rahmenbedingungen der jeweiligen Welt halten. Zum Beispiel dürfen Harry und seine Freunde manche Zauber erst ab einem gewissen Alter ausführen, oder nicht in der Muggelwelt zaubern. Natürlich tun sie es trotzdem, werden dafür aber auch bestraft. Das ist die Logik in dieser Welt. Andere Zauberer hingegen, müssen erst ein bestimmtes Wort, oder einen bestimmten Spruch lernen, um den Zauber wirken zu können. Da würde es aller Logik zuwider laufen, wenn sie es plötzlich doch könnten.

Auch die Magie braucht also ein System. Rahmenbedingungen, an die sie sich halten sollte. Warum ist das so? Warum sollte ich Magie, die doch alles kann, einschränken?

  • Um den Realismus zu wahren. Niemand kann alles. Spiderman kann nicht fliegen. Er braucht seine Spinnweben, um sich über die Dächer zu schwingen, Superman hat sein Kryptoid und Harry ist noch ein junger und unerfahrener Zauberer.
  • Um Spannung zu erzeugen. Es ist schlicht langweilig, wenn der Held alles kann und so schon von Beginn an klar ist, dass er die Welt retten, oder den Schurken zur Strecke bringen wird. Das Ende kann natürlich so sein, aber der Weg dahin, sollte die Spannung und das Buch aus machen.
  • Um den Helden menschlich wirken zu lassen. Denn das macht ihn symphatisch. Ist er unnahbar und kann alles, wird er schnell langweilig und unsymphatisch. Lass ihn Fehler machen und haben. Fast alle Superhelden führen ein zweites Leben unter den Menschen und genau damit sammeln sie Symphatiepunkte und werden für uns greifbar. Superhelden hinken hier als Beispiel etwas, weil sie ja nicht Zaubern, sondern ihre Fähigkeiten haben, aber ich finde gerade das Doppelleben macht deutlich, was ich meine.

 

Der Weg der Magie – Der Weg des Helden

Der bereits erwähnte Eragon ist ein typisches Beispiel für diesen Weg. Zu Beginn ist er ein ganz normaler Junge, der dann durch die Verkettung der Umstände dazu gezwungen wird seine Heimat zu verlassen. Auf diesem Weg entdeckt er sein Talent für die Magie und lernt im weiteren Verlauf immer mehr dazu. Harry Potter ergeht es ähnlich: Hier dreht sich sogar die ganze Reihe (mehr oder weniger) um die Magierschule Hogwarts.

Auch hier finden wir wieder die oben erwähnten Tipps: Keiner von beiden lernt sofort alle Zauber perfekt anzuwenden. Es gibt immer wieder Rückschläge, schief gegangene Zauber und Fehler der beiden Helden.

Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Magier, die wir bereits voll ausgebildet kennenlernen. Sie setzen ihr Talent ganz selbstverständlich und natürlich ein, ohne das hier die Magie besonders hervorgehoben wird. Bei Brandon Sandersons „Sturmklänge“ zum Beispiel, wird einfach drauflos gezaubert, aber auch über Gandalfs Ausbildung zum grauen Zauberer erfahren wir nichts. Insbesondere an Tolkiens Elben sieht man, dass die Magie ganz natürlich nach Mittelerde gehört.

Hier werden die drei Tipps etwas anders umgesetzt. Die Spannung wird durch Frodos Weg erzeugt, der aus unterschiedlichen Gefahren besteht. Aber auch hier gibt es immer wieder Rückschläge, neue Gefahren für die Gefährten und Fehler, die sie machen. Dadurch wirken sie symphatisch, greifbar und auch der Realismus, dass eben nie etwas auf anhieb funktioniert bleibt erhalten.

Aber egal welche Rolle die Magie spielt, ob sie etwas besonderes in der Menschenwelt ist, oder einfach dazu gehört, wie Luft und Wasser: Sie muss sich an die Regeln dieser Welt halten.

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