Kleine Wellen: Gedankenketten

Das mit den Gedanken ist schon eine seltsame Sache. Manchmal sind sie da, manchmal nicht und ein anderes mal, machen sie was sie wollen. Gerade in der letzten Zeit ist es mir öfter passiert, dass mir, während dem Schreiben eines Artikels, ein Thema für einen weiteren Artikel eingefallen ist. Zum Glück habe ich immer eine Liste bei mir, sodass mir diese Ideen nicht verloren gehen.

Manchmal ist es auch so, dass ich etwas ganz alltägliches sehe oder lese und pötzlich denke ich, wie sich das wohl verhalten würde, wenn wir in einer Fantasy-Welt wären. So entstehen dann wieder Ideen für neue Geschichten. Vielleicht ist es genau das, was wir gemeinhin als „Kreativität“ bezeichnen. Aus  dem Nichts entsteht plötzlich etwas, nur aufgrund unserer Gedanken. So ist es ja auch beim Lesen, wir lesen einen Satz und in unserem Kopf und schon sehen wir die Szene vor uns. Aus dem Nichts. Nur aus Worten entstanden.

Diese wenigen Zeilen zeigen jetzt trotzdem das, was ich mir unter Gedankenketten vorstelle. Irgendwie führt eins zum anderen.

Gedankenketten sind also irgendwie eine nützliche Sache. Ebenso wie Notizen.

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Faszination Kreativität

Die Kreativität ist schon eine seltsame Sache. Mal ist sie da und man kann sich als Schreiberling hemmungslos mit Stift und Papier austoben, oder die Tasten klappern lassen, oder sie verbirgt sich irgendwo – in unserem Innersten.

Vor einiger Zeit sah ich den Film mit „Die letzte Klappe“ mit Alec Baldwin, indem es darum ging, dass ein Polizist einen schwer zu fassenden Mafia-Boss überführen wollte. Dafür hat er sich als Filmproduzent ausgegeben und wollte seinen Gegner so dazu zwingen, in illegale Geschäfte einzusteigen, um ihn dann natürlich dafür einzusperren. Die genauen Details sind bei mir nicht unbedingt hängen geblieben, dafür umso mehr wieviel Spaß alle Beteiligten dabei hatten sich als Filmproduzenten auszugeben und (natürlich nur als Vorwand) an diesem Film zu arbeiten. Vom kleinen Mitarbeiter bis hoch in die Führungsebene wurden plötzlich alle kreativ bei der Umsetzung und dem Umschreiben des Drehbuchs. Wie bei einem Fieber wurden sie plötzlich davon angesteckt. Schlussendlich ging es dann doch wieder um die Verhaftung des Mafia-Bosses und auch um die Freundschaft zwischen dem Polizisten und dem Autor des Drehbuchs, aber die plötzlich aufflammende Kreativität war trotzdem deutlich zu spüren.

Was ist also das faszinierende an der Kreativität, dass sich sogar manche Plots genau darum drehen? Denken wir nur an diverse Schriftsteller, die im völligen Kreativloch dahindämmern, bis irgendetwas ungewöhnliches geschieht und sie mit dem Aufschreiben ihrer Geschichte plötzlich wieder auf den Bestseller-Listen landen.

Vielleicht ist es eine Art unsere Träume zu verwirklichen. Wir malen sie uns bunt aus, vom Anfang bis zum Ende und erleben so in unserem Kopfkino die verrücktesten Sachen. Vielleicht ist es auch die Möglichkeit so jederzeit der Realität zu entfliehen. Indem wir uns mit den Problemen unserer Protagonisten beschäftigen, blenden wir unsere eigenen aus.

Vielleicht ist es aber auch das Gefühl etwas eigenes erschaffen zu haben. Allein aus uns heraus. Sei es eine aufgeschriebene Geschichte, das selbstgezimmerte Vogelhäuschen, ein Gemälde, oder das selbst reparierte Auto. Jedes Mal sehen wir das Ergebnis und denken: „Das habe ich gemacht!“

 

Ungeküsst- Das Fehlen der Schreibmotivation

Kennt ihr auch diese Motivationslöcher? Ich sitze hier und starre auf meine Ideenliste für Blogartikel, oder brüte über den Notizen für meinen Roman. Ich weiß genau, dass ich diese oder jene Szene schreiben könnte und was tue ich? Nichts. Rein gar nichts. Stattdessen lese ich lieber ein bisschen oder kuschel mit meiner Katze. Es ist schon seltsam mit der Motivation. Ich könnte mich seitenweise darüber auslassen, woher die Inspiration kommt, woher man Ideen nehmen kann. Doch am Ende, wenn ich all diese Theorie mal in die Praxis umsetzten möchte, kommen nur ein paar wenige Zeilen aus der Tastatur geflossen.Vielleicht gehören diese aber schon zum „wilden Schreiben“* dazu, welches ich gerne mal ausprobieren würde, wozu mir aber schlussendlich die Disziplin fehlt, dass ich mich tatsächlich täglich daran setzen würde.

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Schreiben- das einsame Handwerk

Schreiben ist ein einsames Handwerk. Man sitzt alleine an seinem Schreibtisch werkelt an seinem Roman herum und erfreut sich still, wenn man voran kommt. Vielleicht bekommen Freunde und Familie einzelne Auszüge zu sehen. Irgendwann ist die Arbeit abgeschlossen und der Roman erblickt (vielleicht) das Licht der Welt oder wird in die Weiten des Internets geschickt.

Aber muss das wirklich so sein? Ist es wirklich so einsam? Oder wird es langsam Zeit, dass Autoren ihre Schreibstuben öffnen? Nicht nur für Leser, die wissen wollen, wann es mit der langersehnten Fortsetzung weiter geht, sondern auch (und vielleicht vorallem) für die schreibenden Kollegen. Diskussionen über das Plotten, Charaktere, die richtige Einteilung von Kapiteln und Recherchearbeit. Ich habe schon den Eindruck, dass Autoren diesbezüglich schon sehr verschwiegen sind. Hobbyschreiberlinge treffen sich da schon eher in Schreibforen, um sich über diese Dinge auszutauschen. Aber auch das ist weniger geworden, wie ich finde.

Warum ist das so?

Gibt es weniger Schreiber, die diesem Hobby nachgehen? Ist inzwischen eine ganze Generation den Foren entwachsen? Oder wird überall nur noch geliked und alles was darüber hinaus geht vermieden?

Im Gegensatz dazu scheinen die Buchblogger sich zu vermehren, wie Sandkörner am Strand. Kleine Blogs der schreibenden (Hobby)Autoren gibt es leider viel zu selten. Gerade diese Plaudereien aus dem Nähkästchen finde ich immer sehr spannend und auch hilfreich. Egal ob es um zickige Charaktere, schwierigen Weltenaufbau oder auch nur um die passende Schreibatmosphäre geht. Deshalb lese ich auch gerne Autoreninterviews, allein schon um zu sehen, dass nicht nur ich Probleme mit solchen Dingen habe.

Ich finde es ist Zeit, dass Schreiben nicht mehr das einsame Handwerk ist, sondern das es Zeit wird sich (wieder) mehr auszutauschen.

In den Kinderschuhen – 3 Monate Wörterinsel

Drei Monate ist es nun her, dass die Wörterinsel, das Licht des Webs erblickt hat. Ein Grund also, um einen (wenn auch kurzen) Blick zurück zu werfen. Geschrieben habe ich für den Blog eine ganze Menge Wörter. Wie man sieht sind ja auch eine nicht geringe Anzahl (zumindest nach meinem Gefühl) an Beiträgen online gegangen.

Mein Ziel war es, mich regelmäßiger zum Schreiben zu motivieren. Leider muss ich zugeben, dass das nicht vollständig funktioniert hat. An manchen Tagen habe ich tatsächlich eine Menge geschrieben, an anderen wiederum gar nichts. Besonders ärgert es mich, wenn ich an solchen Tagen sogar die Zeit dazu gefunden hätte, mir aber irgendwie die Motivation gefehlt hat.

Ein weiteres Ziel war und ist es mit meinem Roman weiterzukommen. Leider habe ich das so gar nicht erreicht. Ich habe mich zwar schon ein wenig damit beschäftigt und Ideen für Szenen, oder ihre Überarbeitung entwickelt, aber effektiv daran geschrieben habe ich leider nicht.

Nun, drei Monate sind eine nicht sehr lange Zeit und ich bin gespannt, wie es hier in weiteren drei Monaten aussehen wird. Dann ist der Sommer vorbei und die Zeit des Einkuschelns auf der Couch beginnt wieder. Und natürlich (und hoffentlich) die des Schreibens. Ich habe in den letzten Tagen wieder ein paar Ideen für Blogbeiträge gehabt und bin guter Dinge, dass wir auch das halbjährige Jubiläum stolz feiern können.

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Die Blume im Becher

Manchmal denke ich, man muss die Besonderheiten im Alltag suchen. Zum Beispiel habe ich heute in der Fußgängerzone einen Kaffeepappbecher (ich liebe solche Worte) auf dem Boden liegen sehen. Eigentlich nichts besonders, aber aus dem Becker lief keine Kaffeepfütze, sondern es fielen Blumen heraus. Ob es sich hier um einen gescheiterten Blumendieb handelt, oder aber um den freundschaftlichen Versuch ein besonders schönes Gewächs miteinander zu teilen, habe ich leider nicht heraus bekommen. Aber es gehört auf jeden Fall zu den inspirienden Bildern des Alltags. Ob man daraus nun die romantische Geschiche eines Paares spinnt, oder ein metaphenreiches Gedicht über den Zerfall der Gesellschaft, kommt wohl auf den Schreiber selbst an.

Und wenn alles gesagt ist?

Wir kennen wohl alle diesen Moment, diesen einen magischen Moment: Das letzte Wort ist geschrieben, der entgültige Punkt gesetzt. Die Geschichte ist fertig und der Schreiberling freut sich. Aber was kommt danach? Die Leere. Als ob uns ein guter Freund verlassen hätte. Protagonisten und Antagonisten, die uns wochen-, monate-, vielleicht sogar jahrelang begleitet haben, spielen von nun an keine Rolle mehr in unserem (schreiberischen) Leben. Ihre Geschichte ist geschrieben – zu Ende. Lange haben wir auf diesen Moment hingearbeitet. Nun ist er da und wir wissen nichts mit ihm anzufangen. Unsere literaischen Kinder sind groß geworden und müssen jetzt auf eigenen Beinen stehen. Wir müssen sie gehen lassen. Denn das ist nicht nur das Ende einer Geschichte, sondern auch gleichzeitig der Anfang einer neuen. Wartet da nicht schon wieder ein interessanter Charakter darauf, dass wir seine Geschichte erzählen? Oder eine Idee, die ausgearbeitet und sich entwickeln will? Natürlich ist es so, denn das Schreiben ist ein Kreislauf aus Anfängen und Enden. Denn jedes Ende ist ein Anfang.

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