Auf den Punkt gekommen – Was die drei Auslassungspunkte nicht sind

drei Punkte, die gesetzt werden, um eine Auslassung im Text zu kennzeichnen

Duden.de

Jeder hat sie wohl schon mal gesehen, wahrscheinlich auch schon verwendet, aber sich vielleicht noch nie Gedanken darüber gemacht. Die Rede ist von den drei Auslassungspunkten.

Gerade in Geschichten von Schreibneulingen werden sie oft, gerne und manchmal völlig wahllos benutzt, deshalb wurden sie nach und nach zu einem Thema, über das ich einfach mal sprechen will. Es beginnt schon bei der formalen Frage: Wohin mit dem Leerzeichen? Ob ein Leezeichen gesetzt wird, richtet sich danach, ob mit den Punkten ein Wort unterbrochen wird oder nicht. Also so:

„Was zum Teu…?“ (Hier darf kein Leerzeichen hin)

„Was zum Teufel …?“ (Hier muss das Leerzeichen rein)

Soviel zum formalen Teil, nun aber zu der ganz konkreten Frage, wann ist es sinnvoll mit diesen Punkten zu arbeiten? Meine ganz ehrliche Meinung: Gar nicht. Also die erste Variante ist vielleicht mal ganz nützlich, aber letztere ist eigentlich sinnlos.

5 Dinge, was die drei Auslassungspunkte nicht sind:

  • Mystisch und geheimnisvoll. Natürlich kann der Satz „Und die schattenhafte Gestalt folgte ihm …“ eine gewisse Wirkung erzielen, aber meiner Meinung nach macht der Satz: „Die schattenhafte Gestalt folgte ihm.“ das auch. Ich finde sowieso, dass in solchen Situationen kurze Sätze mehr Wirkung entfalten.
  • Ersatz für Andeutungen. Selbstverständlich können die Punkte in dem Satz: „Dann wurde alles um ihn herum schwarz …“ andeuten, dass danach noch etwas folgt, aber warum sollte das der Satz: „Dann wurde alles um ihn herum schwarz.“ nicht? Der Leser sieht doch, dass die Geschichte noch weiter geht, weil dann der nächste Absatz kommt. Ebenso ist es, wenn man damit am Ende der Geschichte einen Cliffhanger erzeugen will. Ein kurzer Satz erzeugt dann dieselbe Wirkung.
  • Lückenfüller. Ich habe mal in einem Forum einen Schreibanfänger gefragt warum er die Auslassungspunkte sooft benutzt hat. Er hat mir tatsächlich geantwortet hat, dass er die Punkte immer dann gemacht hat, wenn er darüber nachdachte, wie es weitergehen soll. Das hatte zur Folge, dass die Punkte hinter jedem zweiten Satz zu finden waren und der Text einfach umständlich zu lesen war.
  • Eieruhren. Oft werden die Anführungszeichen dazu missbraucht anzuzeigen, das etwas Zeit vergangen ist. Beispiel: „Das würde sich in der Zukunft zeigen …“ Eigentlich ist es ähnlich wie im ersten Beispiel. Hier wird der Leser mit der Nase und sogar mit dem ganzen Oberkörper darauf gestoßen, dass nun inhaltlich etwas Zeit übersprungen wird. Aber warum genügt der Satz: „Die Zukunft würde es zeigen.“ nicht?
  • Gedankengänge ersetzen. Ein Beispiel: „Die Schlacht tobte um ihn herum … Die feindlichen Soldaten rückten näher. Er schwang sein Schwert mit vollem Elan … Der Sieg war nun nahe.“ Hier muss sich der Leser selbst ein Bild davon machen, wie die Schlacht genau abläuft und wie der Held sein Schwert schwingt. Hier liegt es natürlich auch an der Kürze des Beispiels, aber so wurden die drei Punkte auch in längeren Texten eingesetzt. Aber warum nicht einfach noch einen, oder zwei Sätze mehr dazu schreiben?

Fazit: Selbstverständlich kann man mit den drei Punkten arbeiten. Das ist wie so oft Geschmackssache. Aber wenn dann bitte wohldosiert und überlegt.

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