Konflikte und Bedrohungen – Das Salz in der Suppe

Was wäre Harry Potter ohne Lord Voldemord? Frodo ohne Sauron? Oder John McClane ohne seine Terroristen, Bankräuber oder Kidnapper? Richtig! Langweilig. Denn Konflikte sind das Salz in der Suppe, oder im schriftstellerischen Einheitsbrei.

Die Würze in allen Genres

Wer jetzt denkt, das wäre nur eine Zutat für packende Action-Thriller und High-Fantasy, der irrt. Denn auch eine klassische Liebesgeschichte erhält erst durch einen Konflikt die richtige Würze. Man denke nur an Romeo und Julia, die nicht zusammen sein durften oder auch an diverse Dreiecks-Beziehungs-Geschichten. Ohne die Bedrohung, dass sich die Protagonistin doch für den Falschen entscheiden könnte, wären auch diese langweilig.

Ebenso ist es im Krimi- und Thriller-Genre: Welcher Kommissar oder Polizist wurde noch nicht verfolgt oder bedroht? Ohne einen gefährlichen Mörder, Entführer oder Bombenleger gäbe es keinen richtigen Krimi oder Thriller.

Im Horror-Genre ist es fast noch offensichtlicher: Die Bedrohung kommt hier aus dem Schatten. Irgendein Monster lauert dort immer, irgendein Geist spukt durch zerfallene Schlösser, ein Zombie wandelt durch die Nacht oder die eigene Psyche lässt uns verrückt werden.

Ohne Bedrohungen gibt es keine Spannung

Damit der Held oder Protagonist eine Aufgabe erhält braucht es eine Bedrohung.

Bleiben wir bei Frodos Reise durch Mittelerde: Wie spannend wäre sie wohl, wenn er ohne besondere Vorkommnisse einfach vom Auenland nach Modor gereist, den Ring vernichtet und wieder zurück gekommen wäre? Genau: Es wäre einfach langweilig! Oder auch Harry Potters Schuljahre in Hogwarts: Wenn es Lord Voldemort nicht gäbe, müssten wir ihm einfach nur beim Unterricht zusehen.

Ähnlich ist es auch bei diversen Polizisten, Anwälten. Stellen wir uns einen Polizist vor, der –streng nach Vorschrift – seinen Dienst am Schreibtisch versieht. Ohne eine neue, plötzlich aufgetauchte Leiche, oder einen gefährlichen Antagonisten wäre das einfach langweilig zu lesen.

Bei einer Liebesgeschichte ist das nicht anders. Stellen wir es uns einmal vor: Ein junges Paar lernt sich auf einer Party kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Dann dürfen wir ihnen noch bei anderen Treffen  zusehen und erfreuen uns Schlussendlich an einer wunderschönen Hochzeit. Auch dies wäre eine ziemlich langweilige Geschichte.

Bei einer Horror-Geschichte würde ohne die Bedrohung einfach keine Gänsehaut entstehen, dann würde sie auch gar nicht in dieses Genre gehören.

Der Held oder Protagonist muss einfach Schwierigkeiten bekommen, sonst gibt es keine Spannung.

Wie bringe ich meinen Held in Schwierigkeiten?

Am einfachsten ist es wohl ihm einen Antagonisten, oder auch Feind in den Weg zu stellen. Harry Potter hat Lord Voldemord zum Feind und  Frodo natürlich Sauron. Polizisten haben ihre Mörder, Terroristen und Entführer als Antagonisten, aber auch manchmal ihre Chefs die ihnen Steine in den Weg legen.

Auch Liebes- und Alltagsgeschichten lassen sich so würzen. Irgendeine Bedrohung von außen gibt es auch hier fast immer. Sei es der fremde Mann, in den sich die Protagonistin verlieben könnte, oder auch der verspätete Zug, der den Helden einen wichtigen Termin verpassen lässt.

Aber auch Aufgaben (in der Fantasy werden sie auch „Quest“ genannt) lassen Koflikte entstehen. Frodo, zum Beispiel wäre ohne die Aufgabe den Ring zerstören zu müssen nicht zu seiner Reise aufgebrochen. Diverse Polizisten, Kommissare oder Anwälte bekommen als Aufgabe neue Fälle. Damit wird automatisch Spannung erzeugt, denn der Leser fragt sich sofort, ob und wie dieser Fall gelöst wird. Für die richtige Würze gibt es dann auch fast immer einen Antagonisten, der für den Helden eine Gefahr darstellt und ihn von seinem Weg abbringt. Auch hier fragt sich der Leser: Wie wird das ausgehen? Und genau das ist die Frage, die den Leser weiterlesen lässt. Also: Bringt eure Protagonisten in Schwierigkeiten und lasst sie die salzige Suppe auslöffeln.

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3 Gedanken zu “Konflikte und Bedrohungen – Das Salz in der Suppe

  1. Bin auch immer ein Freund von Konflikten, die aus Fehlern des Protagonisten erwachsen. Um auch dafür ein Shakespeare-Beispiel zu bringen: Macbeth wäre nicht zur Tragödie geworden, hätte sein Titelcharakter sich nicht entschieden, seinen König zu ermorden. Da er aber ein zutiefst unselbstsicherer Mensch ist, konnte er gar nicht anders.

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    1. Ja, das stimmt. Die Fehler des Protagonisten sind auch ein wunderbares Beispiel. Wieso ist mir das nicht eingefallen? Darüber lässt sich sicher auch eine Menge sagen, was aber eher schon zum Charakterbau gehört. =)

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