Schreiben- das einsame Handwerk

Schreiben ist ein einsames Handwerk. Man sitzt alleine an seinem Schreibtisch werkelt an seinem Roman herum und erfreut sich still, wenn man voran kommt. Vielleicht bekommen Freunde und Familie einzelne Auszüge zu sehen. Irgendwann ist die Arbeit abgeschlossen und der Roman erblickt (vielleicht) das Licht der Welt oder wird in die Weiten des Internets geschickt.

Aber muss das wirklich so sein? Ist es wirklich so einsam? Oder wird es langsam Zeit, dass Autoren ihre Schreibstuben öffnen? Nicht nur für Leser, die wissen wollen, wann es mit der langersehnten Fortsetzung weiter geht, sondern auch (und vielleicht vorallem) für die schreibenden Kollegen. Diskussionen über das Plotten, Charaktere, die richtige Einteilung von Kapiteln und Recherchearbeit. Ich habe schon den Eindruck, dass Autoren diesbezüglich schon sehr verschwiegen sind. Hobbyschreiberlinge treffen sich da schon eher in Schreibforen, um sich über diese Dinge auszutauschen. Aber auch das ist weniger geworden, wie ich finde.

Warum ist das so?

Gibt es weniger Schreiber, die diesem Hobby nachgehen? Ist inzwischen eine ganze Generation den Foren entwachsen? Oder wird überall nur noch geliked und alles was darüber hinaus geht vermieden?

Im Gegensatz dazu scheinen die Buchblogger sich zu vermehren, wie Sandkörner am Strand. Kleine Blogs der schreibenden (Hobby)Autoren gibt es leider viel zu selten. Gerade diese Plaudereien aus dem Nähkästchen finde ich immer sehr spannend und auch hilfreich. Egal ob es um zickige Charaktere, schwierigen Weltenaufbau oder auch nur um die passende Schreibatmosphäre geht. Deshalb lese ich auch gerne Autoreninterviews, allein schon um zu sehen, dass nicht nur ich Probleme mit solchen Dingen habe.

Ich finde es ist Zeit, dass Schreiben nicht mehr das einsame Handwerk ist, sondern das es Zeit wird sich (wieder) mehr auszutauschen.

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2 Gedanken zu “Schreiben- das einsame Handwerk

  1. Ein Freund von mir hat einmal über das Schreiben gesagt, „Wir haben uns von allen Hobbies das schlechteste ausgesucht“. Bezogen hat er sich dabei auf die Einsamkeit und Dauer des Schaffensprozesses: Ein Musiker kann sich hinsetzen und etwas (nicht notwendigerweise was eigenes) auf einer Gitarre klimpern, ein Maler jemanden skizzieren. Als Schreiberling fällt dieser ganze Performance-Aspekt in der Regel weg, vielleicht mit Ausnahme von Poesie, die ja mitunter fast schon in Richtung Musikdarbietung tendiert.

    Es ist vermutlich einfach ein Teil der sehr grundlegenden Natur des Schreibens, dass es ein eher einsamer Prozess ist. In Schreibforen bin ich selbst mitunter noch unterwegs, wenn auch seltener als früher. Das hat zum einen damit zu tun, dass ich stärker Versuche, bein Ausschreibungen mitzumachen, weshalb ich viele Texte einfach nicht mehr groß online stellen kann. Andererseits habe ich aber auch das Gefühl, dass ab einem bestimmten Punkt das Plenum gar nicht mehr so hilfreich ist. Mein Arbeitsprozess hat sich etwa deutlich stärker nach innen verlagert. Das heißt nicht, dass ich keine Meinungen einhole, aber meine Geschichten sind inzwischen in der ersten Fassung schon deutlich „fertiger“ als früher im Zustand, in dem ich sie in ein Forum gestellt habe.
    Mein Problem mit Foren war auch immer, dass ich der Versuchung nur schwer widerstehen konnte, Unfertiges online zu stellen. Teils, weil ich zusätzliche Augenpaare zur Durchsicht wollte, teils weil das den Arbeit-Belohnungs-Zyklus auf die Mitte des Prozesses verkürzt hat. Das hat leider oft die Motivation geraubt, lange an einer Geschichte zu arbeiten.

    Gerade Neuschreiberlingen empfehle ich Foren aber immer noch herzlich, da man hier doch eher ehrliche und damit hilfreiche Meinungen bekommt als im Freundes- und Familienkreis. Im Austausch erfährt man zudem, welche Ideen völlig ausgelutscht sind, wo ein Text seine Schwächen hat und mit welchen Augen andere das eigene Geschriebene sehen, was letztlich die Selbstkritikfähigkeit schult.

    So, höre jetzt auf, bevor ich mich verschwafel 😀

    Dein Artikel hat mir gut gefallen 🙂

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    1. Ja, da hast du wohl recht, dass es bei anderen „Künsten“ wohl einfach anders ist mit der Darstellung und das wohl die Einsamkeit in der Natur des Schreibens liegt.
      Und ja, ich stimme dir auch darin zu, dass Schreibforen nur für ein gewisses „Stadium“ der Texte gut sind. Manchmal erreicht man auch einfach einen Punkt an dem der Text einfach fertig ist.
      Schön zu sehen, dass es wohl nicht nur mir so geht.
      Danke für deinen Kommentar, fürs vorbei schauen und das dir mein Geschwafel gefallen hat 🙂

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