Und wenn alles gesagt ist?

Wir kennen wohl alle diesen Moment, diesen einen magischen Moment: Das letzte Wort ist geschrieben, der entgültige Punkt gesetzt. Die Geschichte ist fertig und der Schreiberling freut sich. Aber was kommt danach? Die Leere. Als ob uns ein guter Freund verlassen hätte. Protagonisten und Antagonisten, die uns wochen-, monate-, vielleicht sogar jahrelang begleitet haben, spielen von nun an keine Rolle mehr in unserem (schreiberischen) Leben. Ihre Geschichte ist geschrieben – zu Ende. Lange haben wir auf diesen Moment hingearbeitet. Nun ist er da und wir wissen nichts mit ihm anzufangen. Unsere literaischen Kinder sind groß geworden und müssen jetzt auf eigenen Beinen stehen. Wir müssen sie gehen lassen. Denn das ist nicht nur das Ende einer Geschichte, sondern auch gleichzeitig der Anfang einer neuen. Wartet da nicht schon wieder ein interessanter Charakter darauf, dass wir seine Geschichte erzählen? Oder eine Idee, die ausgearbeitet und sich entwickeln will? Natürlich ist es so, denn das Schreiben ist ein Kreislauf aus Anfängen und Enden. Denn jedes Ende ist ein Anfang.

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